BMW F 800 GS (2025) als Leihmaschine: Erste Eindrücke aus der Praxis

BMW F 800 GS: Wenn der Werkstatttermin zur Probefahrt wird
Manchmal ergeben sich die besten Gelegenheiten eher zufällig. So auch bei einem Fahrer aus dem GS-Forum, der seine F 650 GS Twin zum Reifenwechsel in die Werkstatt gebracht hat und als Leihmaschine eine F 800 GS mitbekam. Da vorher schon Interesse an dem Modell bestand, kam das gut gelegen, und aus dem Werkstatttag wurde nebenbei eine ausgiebige erste Testfahrt.
Entspannter unterwegs als erwartet
Der erste Eindruck fällt eindeutig aus: Die neue F 800 GS fährt sich spürbar entspannter als die ältere F 650 GS Twin. Das deckt sich mit dem, was man von der aktuellen F-GS-Generation erwartet. BMW hat bei den mittleren GS-Modellen in den letzten Jahren viel an Fahrwerk, Sitzergonomie und Laufkultur gearbeitet, und genau das spürt man offenbar auch im direkten Vergleich zum Vorgängermodell.
Die Sache mit der Sitzhöhe
Ein Punkt, der bei der GS-Familie immer wieder zur Sprache kommt, ist die Sitzhöhe. Wer mit 1,69 Metern und eher kurzen Beinen unterwegs ist, kommt mit der Serien-Sitzbank oft nur mit den Zehenspitzen auf den Boden. Genau das war hier der Fall. Die gute Nachricht: Für die Vorführmaschine wird jetzt eine niedrige Sitzbank bestellt, sodass eine weitere Probefahrt mit besserer Bodenhaftung ansteht.
Das zeigt gut, worauf es beim Kauf einer GS ankommt, egal ob F 650, F 750, F 800 oder F 900: Die Sitzhöhe entscheidet oft mehr über das subjektive Sicherheitsgefühl als PS-Zahl oder Ausstattung. BMW bietet für die aktuellen F-GS-Modelle serienmäßig oder als Option niedrigere Sitzbänke an, und ein Vergleich vor Ort lohnt sich immer, gerade für kleinere Fahrerinnen und Fahrer. Eine gute Option ist auch die eigene Sitzbank bei Hornig anpassen bzw. abpolstern zu lassen.
Schutz für die neue GS: Woran man denken sollte
Im Forum wurde außerdem nach Tipps für passenden Schutz gefragt, ein Thema, das bei jeder neuen Enduro früh auf die Liste gehört. Sinnvoll sind dabei in der Regel:
- Sturzbügel bzw. Motorschutzbügel für Motor und Verkleidung bei einem Standsturz im Gelände oder auf dem Parkplatz
- Handprotektoren, die Hebel und Hände bei Stürzen und vor Wind und Wetter schützen
- Tankschutzpolster, um Lack und Tank vor Kratzern durch Reißverschlüsse der Jacke zu bewahren
- Motorschutzplatte (Bashplate), wenn auch mal unbefestigte Wege oder leichtes Gelände auf dem Programm stehen
Was davon wirklich sinnvoll ist, hängt stark vom geplanten Einsatzzweck ab. Wer überwiegend auf der Straße pendelt, braucht andere Prioritäten als jemand, der regelmäßig auf Schotter oder leichtem Geländeuntergrund unterwegs ist. Ein Blick in einschlägige GS-Foren und der Austausch mit anderen Fahrern der gleichen Baureihe hilft dabei oft mehr als jede Werbebroschüre, genau wie in diesem Fall.
Fazit
Die neue F 800 GS scheint genau das zu liefern, was man von einem Modellwechsel innerhalb der mittleren GS-Klasse erwartet: mehr Komfort, mehr Laufruhe und ein rundum entspannteres Fahrgefühl als beim Vorgänger. Für alle, die selbst über einen Umstieg nachdenken, lohnt sich definitiv eine eigene Probefahrt, am besten gleich mit der passenden Sitzbank für die eigene Körpergröße.